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Die häufigsten Fragen an Freimaurer

 

Worin bestehen die Ziele der Freimaurerei?

Die Loge bildet eine Gemeinschaft brüderlich verbundener Menschen, die durch altehrwürdige, rituelle Handlungen, die nur der Freimaurerei eigentümlich sind, geistige Vertiefung und sittliche Vervollkommnung für ihre Mitglieder erstrebt.

Was sind das für "altehrwürdige, rituelle Handlungen"?

Unser Ritual und unsere Symbole entstammen dem Brauchtum mittel­alterlicher Steinmetzbruderschaften. Zusammen mit naturgemäß noch sehr viel älteren Elementen aus antiken Mysterienbünden, der Kab­bala, den Gnostikern und vor allem dem Christentum, dienen sie dazu, der weit verbreiteten Überbetonung des Vernunftmäßigen entgegenzuwirken. Sie tragen so dem Umstand Rechnung, dass unser - durch eine immer stärker materialistisch geprägte Gesellschaft bestimmtes Dasein - durch einen Raum der Besinnung einer Ergänzung bedarf. Unsere Rituale und Symbole sind als wortlose Ansprachen an das Gemüt Wegbereiter für geistige Vertiefung.

Sie sprechen von "sittlicher Vervollkommnung" als einem der Hauptziele. Was heißt das konkret?

Die sittlichen Werte und Überzeugungen, die wir zu wecken und zu stärken suchen, sind unmittelbar am Mitmenschen orientiert und gehen davon aus, dass die Gesellschaft nur über den einzelnen und dessen persönliches Beispiel humaner werden kann.

Können Sie diese sittlichen Werte und Überzeugungen inhaltlich näher bestimmen?

Auf den einzelnen bezogen heißt das, anständige Lebensführung und Brückenschlag zu Menschen überall auf der Welt.

Wie halten Sie es mit der Religion?

Freimaurerei ist keine Religion und lehrt auch nichts dergleichen. Wir gehen aber davon aus, dass unsere Arbeitsweise ohne christliche Grundüberzeugung nicht wirksam werden kann. Jesus von Nazareth wird von uns als Obermeister verehrt. Wir erwarten von unseren Mit­gliedern die Akzeptanz seiner Botschaft. Dabei ist es gleich, welcher Konfession der einzelne angehört. Die Zugehörigkeit zu einer Kirche wird nicht verlangt. 

Sie bezeichnen Ihre Gemeinschaft als Bruderschaft. Wie steht es mit der Gleichheit?

Der Bruderschaftsgedanke ist der Mittelpunkt in der Gemeinschaft von Freimaurern. Bei uns finden sich Männer verschiedenster beruflicher und sozialer Herkunft zu brüderlicher Gleichheit. Es gibt keinen Vorzug des Ranges oder Standes, des Besitzes oder der Bildung. Im Verkehr der Mitglieder untereinander gibt es nur die Anrede: "Bruder".


Die Freimaurerei stammt aus weit zurückliegenden Zeiten. Ist es jemals in der Geschichte gelungen, freimaurerische Ideen in die Praxis umzusetzen?

Hierzu gibt es viele Beispiele, Friedrich der Große ein Freimaurer, machte Preußen zum ersten Rechtsstaat in der modernen Geschichte. Glaubens und Gewissensfreiheit waren die Maxime seiner Politik.
Die meisten Unterzeichener der amerikanischen Unabhängigkeitser­klärung waren aktive Freimaurer. Die Verfassung der USA mit ihrer Verankerung von Menschenrechten und Gewaltenteilung ist ein Werk amerikanischer, französischer und deutscher Freimaurer. - Freiheitskämpfer wie Bolivar, Kosshuth, Garibaldi, Blücher, Scharnhorst, Gneisenau und Freiherr vom Stein gehörten ebenso zum Bruderbund wie zahllose Vertreter des deutschen Geistesleben, von Mozart über Les­sing, Goethe, Fichte, Herder, Matthias Claudius, Chamisso, Heine und Wieland.


Wie steht es mit der Umsetzung freimaurerischer Ideale?

Auch nach weitgehender Verwirklichung der Menschenrechte in Ver­fassung, Gesetzgebung und Rechtsprechung ist der Kampf gegen Dogmatismus, Intoleranz und gegen jede Art von Gewalt, gegen Miss­achtung der Menschenwürde und gegen Rassen- und Klassenhass in unserer Gesellschaft unverändert. Freimaurer in allen Kreisen der Ge­sellschaft, in der Politik und Wirtschaft, in Regierungen und Behör­den versuchen, die maurerischen Ideale zu verwirklichen.

Worin besteht eigentlich die Arbeit in der Loge?

 Als "Arbeit" verstehen wir die rituellen Zusammenkünfte im Tempel. Diese sind nach ihrem Lehrinhalt in Grade unterteilt. In der Johannis­loge gibt es den Lehrling, Gesellen und Meister. Als Suchende be­schreiten wir einen langen Weg, der uns über Selbstbesinnung zur Selbsterkenntnis führt.


Der Freimaurerorden bietet uns noch eine Reihe weiterer Erkenntnis­stufen in der Andreasloge und im Ordenskapitel, wo sich der Kreis symbolisch dadurch schließt, dass die Brüder höchsten Stufe wieder den Schurz des Lehrlings tragen.


Gibt es noch andere Formen praktischer Arbeit in der Loge?

Aus dem Prinzip der brüderlichen Nächstenliebe entspringt der Grund­satz der "Caritas". Die Große Landesloge der Freimaurer von Deutschland unterhält u. a. seit 1991 über ihren Wohltätigkeitsverein ein Pflegeheim für schwerstpflegebedürftige junge Menschen, die Zinnendorf Stiftung in Hamburg.


In den Logen werden Beiträge für das logeneigene Hilfswerk und für andere gemeinnützige Einrichtungen aufgebracht. Darüber hinaus werden über Patenschaften und Pflegschaften die Witwen unserer verstorbenen Brüder betreut u.v.a.

Immer wieder hört man von einem freimaurerischen Geheimnis. Wie verhält es sich damit?

Das so genannte "Geheimnis" der Logen ist kein intellektuelles Wissen, sondern gelebte Tugend. Sie kann geübt und erworben, aber nicht gelehrt und übertragen werden. Ihr Inhalt ist nicht fixierbar; denn das Wissen vom menschlichen Sein ist in ewigem Fluss.

Wenn Freimaurerei kein Geheimbund ist, warum werden dann von ihren Mitgliedern Verschwiegenheitsverpflichtungen verlangt.

In den Steinmetzbruderschaften des Mittelalters war die Kenntnis von Zeichen und Passworten ein streng gehütetes Geheimnis, weil damals für den in der Regel des Lesens und Schreibens unkundigen Stein­metzen Arbeitsplatz und Höhe des Lohnes davon abhing. Heute wo man alles nachlesen kann, besitzen derartige Kenntnisse praktisch nur noch historischen Wert. Wenn ihre Bewahrung dennoch auch heute jedem Freimaurer zur Pflicht gemacht wird, so geschieht dies letztlich aus pädagogischen Gründen, als Übung zur Verschwiegenheit und Selbstbeherrschung.

Die Kunst des Schweigens fördert die Besinnung und damit die Fähig­keit, wieder hören zu können. Ihr Erwerb gehört zur Vervollkommnung, ohne sie kann es kein Vertrauen geben.


Mit anderen Worten: Schwätzer sind bei uns fehl am Platz.

Das eigentliche Geheimnis der Freimaurer ist nicht materieller Natur und kann nicht verraten werden. Es besteht in dem Erleben bei der ri­tuellen Arbeit, das nicht erklärbar ist.


 Wie steht der Freimaurer zur Institution des Staates?

Wir bekennen uns vorbehaltlos zum freiheitlichen Rechtsstaat mit grundgesetzmäßig verankerten Menschenrechten. Das Bekenntnis schließt für uns die Verpflichtung zur Duldsamkeit uns aktiver Mitarbeit ein.
Im übrigen ist das Verhältnis der Freimaurerlogen zum Staat auch heute noch durch die erste englische Freimaurerverfassung von 1723, den "Alten Pflichten", geregelt. Es heißt dort:

 "Der Maurer ist ein fried­licher Bürger des Staates, wo er auch wohne und arbeite. Er darf sich nie in einen Aufstand oder eine Verschwörung gegen den Frieden oder das Wohl der Nation verwickeln lassen".

Wenn der Freimaurer verpflichtet ist, ein friedlicher Bürger zu sein, wie ist es dann zu erklären, dass manche von ihnen an Revolutionen und Freiheitskämpfen teilgenommen haben?

Der einzelne Freimaurer ist an der Stelle, wo er im Leben steht, oft auch politisch aktiv und handelt nach seiner Überzeugung und seinem Gewissen. Dagegen bezieht die Freimaurerloge als Organisation keine Stellung. Erwaten Sie also nicht Stellungnahmen der Freimaurerei zu politischen Gegenwartsfragen. Niemand wäre befugt, etwa im Namen der Loge zu derartigen Themen Erklärungen abzugeben.

Wenn aber alles, was die Freimaurer im täglichen Leben voneinander trennt, in der Loge ausgeklammert wird, läuft dann nicht das, was in der Loge geschieht, auf bloße Traditionspflege hinaus?

Zweifellos ist für die Loge Traditionspflege von Bedeutung. Es dürfte aber nicht zu bestreiten sein, dass freimaurerische Fragestellungen nach dem "Woher komme ich? - Wer bin ich? - Wohin gehe ich?" als Grundfragen der Menschheit ebenso zeitlos gültig sind wie das Streben nach einer besseren, menschlicheren Welt.

 Warum werden keine Frauen in die Loge aufgenommen?

Grundsätzlich kann jede Frau den Zielen der Freimaurerei nachstreben. Den Frauen, die sich für freimaurerische Arbeit interessieren, stehen Frauenlogen offen. Da aber im Mittelpunkt einer Gemeinschaft von Freimaurern als Männerbund der Bruderschaftsgedanke steht, ist die Aufnahme von Frauen nicht möglich.

Sind Frauen also generell von Veranstaltungen einer Loge ausgeschlos­sen?

Keineswegs! In unseren Logen herrscht ein sehr enges und herzliches Verhältnis zu den Frauen unserer Brüder. Erfahrungsgemäß entsteht aus der Erfüllung durch die Arbeit in der Loge eine fruchtbare Wechselbeziehung zu Beruf und Familie, eine Wechselbeziehung, die von unseren Frauen immer wieder gerühmt wird.

Wie kann man Freimaurer werden?

Freimaurer wird man nicht durch den Eintritt in eine Loge. Freimaurerei ist eine Lebenshaltung, die man durch langes Bemühen erlangen kann und die man sich täglich neu erwerben muss. Der Unterschied zwischen einem "Freimaurer" und einem "Logenbruder" ist etwa der gleiche, wie zwischen einem Christen und einem Kirchensteuerzahler.

Welche Vorteile kann man durch die Mitgliedschaft in einer Loge erlangen?

Erwartungen auf materielle Vorteile dürften mit Sicherheit enttäuscht werden. Eine Loge bietet ihren Mitgliedern allein Hilfen zu einem geistig erfüllten Leben.

 

   
 
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